Montag, Februar 04, 2008

die Trauerfeier

...war gut. Für alle. Ich mag Trauerfeiern eigentlich gar nicht. Ich habe es bisher bei allen Beerdigungen, bei denen ich war (klingt nach viel, waren aber nur 2) immer so hingedreht, dass ich mich vor der Einkehr in friedhofsnahe Gaststätten verabschieden konnte, weil ich zur Arbeit oder sonst wo hin musste. "Leichenschmaus", wie man es ja auch so schön nennt, etwas markabereres (ist das wirlich der Komparativ von makaber?!) kann ich mir kaum vorstellen. Insbesondere ab dem Moment wo die Stimmung dann umdreht und alle plötzlich ganz fröhlich sind.

Gut, aber diesmal - auf Anraten mehrerer Seiten - habe ich mich darauf eingelassen. Und es hat wirklich geholfen. Diese ganze Zeremonie, dann der Abschluss mit dem Run auf das Kuchenbuffet (...) - in Summe war es gut und ich glaube, ich komme jetzt einigermaßen klar. Es war gut zu sehen, wie es meiner nahen Verwandschaft auch immer besser ging - von völlig aufgelöst in der Kirche bis hin zu wieder entspannten Gesichtszügen am späten Nachmittag.


Ich habe gute Vorsätze für diesen Blog. Ich hoffe, dass ich es im Februar schaffe, zumindest jeden 2. Tag zu posten :) Mal sehen, ob ich das hinbekomme! Ich möchte, dass dieser Blog wieder das wird, was er mal war und wozu er auch gedacht ist. Ein virtuelles Tagebuch. Ich habe keine Ahnung, ob ich diesen Vorsatz auch nur ansatzweise umsetzen kann... aber ich werde es wirklich versuchen. Ich glaube, das ist es wert - einfacher kann man an ordentliche Journalings schließlich nicht rankommen!

Kommentare:

Suza hat gesagt…

Liebe Dani,
danke für diesen Eintrag - das Thema Tod und Trauer wird so oft verdrängt und verschwiegen - dabei geschieht es immer und überall: Menschen müssen Abschied nehmen und weiterleben.
Manchmal - leider viel zu oft - muß von einem Menschen Abschied genommen werden, der noch gar nicht "dran" ist auf der Generationenliste. Und gerade dann empfinde ich es als sehr hilfreich, wenn man darüber "reden darf" - und auch gerade im Bezug auf Trauerfeiern...ich hatte mich auch immer gedrückt, bis ich zu betroffen war um nicht hingehen zu können - und habe damals die heilsame Wirkung der Trauerfeier, der Gemeinschaft, des Redens, des Weinens und irgendwann wenigstens wieder Lächelns gelernt.
Deshalb danke für dein offenes: Die Trauerfeier war gut.
LG
Suza

Iris hat gesagt…

Hallo Dani, ich bin froh, dass du zum "Leichenschmaus" gegangen bist und auch mal diese Seite gesehen hast. Viel mehr kann ich jetzt gar nicht dazu schreiben, wie auch.

Außerdem freue ich mich darauf, wenn dein Blog wieder aktiver wird. Und du hast recht, hier schlummert das Potenzial zu vielen Journalings.

Anonym hat gesagt…

Hallo Dani !
Zuerst möchte ich dir mein Beileid ausdrücken. Weißt du, bei uns auf dem Land ist es noch üblich, dass ganz viele Leute ( nicht nur die Verwandten ), Nachbarn, Freunde, alle möglichen Leute , die den Verstorbenen oder die Familie gekannt und auch geschätzt haben, zu einem Kondolenzbesuch kommen, mit Kaffee und Kuchen bewirtet werden. Man ist nie allein, hat immer wen zum Reden da und wird von allen durch diese schwere zeit getragen. Es ist noch nicht sehr lange her, da mußten wir unseren Vater beerdigen, der innerhalb von 3 wochen, vom krankheitsbeginn bis zu seinem Tod, gestorben ist. Unsere Kinder , 9 u. 12 jahre damals, erlebten diese zeit der Trauer und des Abschiednehmens ganz nah mit,und lernten dabei auch gut mit dem Tod usw.umzugehen. Ich muß aber auch dazusagen, dass wir eine gläubige Familie sind und das Leben nicht mit dem Tod zu Ende ist. Dadurch haben wir Hoffnung und nicht nur Verzweiflung und
Anklage. Liebe Dani, ich wünsche dir viel Kraft und Trost, auch wenn es oftmals kein Verstehen gibt.

Alles Liebe, deine Sylvia